Stillforum

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10 Tipps zum erfolgreichen Stillen


Es gibt viele gute Gründe zu stillen – und Hindernisse, die einem dabei im Weg stehen können. Mangelndes Selbstvertrauen und fehlende Unterstützung aus der Umgebung sind die häufigsten Ursachen für Stillprobleme. Hier habe ich für Sie eine grosse Portion Mut und Zuversicht zusammengestellt.
Jedes Baby und jede Mutter ist anders – eine Patentlösung gibt es nicht. Aber wenn Sie mit einer positiven Einstellung und ein wenig Hintergrundwissen an die Stillzeit herangehen, werden Sie bald Routine entwickeln und sich ganz an den schönen und praktischen Seiten des Stillens erfreuen.


1. Jede Frau kann stillen
Früher, als der fixe Zeitplan bei der Flaschennahrung auch den stillenden Müttern aufgezwungen wurde, gelang es nur den wenigsten Müttern, über einen längeren Zeitraum erfolgreich zu stillen. Heute erleben wir einen Boom zurück zum natürlichen Stillen und stellen fest, dass so gut wie jede Frau stillen kann! Nur wenige Mütter können aus anatomischen oder medizinischen Gründen nicht stillen, und diese wissen es in der Regel bereits im Voraus. Alle anderen dürfen davon ausgehen, dass das Stillen genauso ein Teil ihres Lebens sein wird, wie das Baby, das sie im Arm halten.


2. Auf die Unterstützung kommt es an
Und trotzdem ist Stillen etwas – wie jede andere neue Aufgabe auch – in die Sie hineinwachsen müssen. Das gelingt umso besser, je mehr Sie darin unterstützt werden. Es ist wichtig, dass Sie Ihr Kind in einem Krankenhaus, einer Geburtsstätte oder Zuhause umgeben von Personen auf die Welt bringen, die das Stillen für ebenso wichtig halten wie Sie selbst. Die UNICEF & WHO haben gemeinsam Kriterien aufgestellt, die eine „stillfreundliche Geburtsstätte“ erfüllen muss. Dazu gehört auch, dass man Ihnen zeigt, wie man das Baby richtig anlegt, denn damit lassen sich schon einige Probleme vermeiden.


3. An die Vorteile denken
Wenn Sie eine Durststrecke erleiden oder verunsichert sind – denken Sie an die zahlreichen Vorteile, die das Stillen für Ihr Kind und für Sie selbst haben wird. Die Wissenschaft macht laufend neue Entdeckungen über die positiven Auswirkungen des Stillens, die weit über die Stillzeit hinausreichen, von der seelischen und intellektuellen Entwicklung bis zum Schutz vor Stoffwechselkrankheiten und Krebs im Erwachsenenalter. Sammeln Sie Informationen darüber und teilen Sie sie mit Ihrem Partner, damit auch er den Wert des Stillens erkennt und Sie dabei unterstützt.


4. Hören Sie auf Ihr Herz
Leider gibt es immer noch den einen oder anderen Kinderarzt (oder gut gemeinten Rat einer Bekannten), das Kind doch nicht dermassen zu „verwöhnen“ und möglichst bald einen festen Rhythmus mit grösseren Zeitabständen zwischen den Stillmahlzeiten einzuführen.  Lassen Sie sich nicht vorschreiben, wie oft oder wie wenig Ihr Kind an die Brust darf! Das bestimmt ganz alleine Ihr Baby! Kleine Babys brauchen fast alle zwei Stunden einen „Snack“, erst grössere kommen auch mit längeren Pausen über die Runden. Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Baby Ihnen genau zeigen wird, was es braucht. Ausserdem: Stillen ist viel mehr als Nahrung. Stillen bedeutet Nähe, Zärtlichkeit und Trost. Und damit können Sie Ihr Baby unmöglich zu sehr verwöhnen!

5. Die Zusammenhänge verstehen
Wenn Sie stillen sooft Ihr Baby danach verlangt, werden Sie stets genügend Milch haben. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Je mehr Milch aus der Brust entfernt wird, desto mehr wird wieder nachgebildet. Macht ihr Kind einen Wachstumsschub, braucht es vielleicht mehr, es ist unruhig und will öfter an die Brust. Aber bereits nach ein, zwei Tagen wird sich auch Ihre Milchmenge dem gesteigerten Bedürfnis angepasst haben.


6. Nichts zufüttern
Füttern Sie Ihrem Kind nichts zu, es sei denn, Sie möchten langsam abstillen. Ein voll gestilltes Kind benötigt nichts anderes als Muttermilch, nicht einmal Wasser oder Tee an einem heissen Sommertag. Alles, was Sie zufüttern, reduziert den Appetit des Babys auf Muttermilch. Und Sie wissen jetzt: Die Nachfrage bestimmt das Angebot! Wenn das Baby immer weniger trinkt, wird in Ihrer Brust auch weniger Milch gebildet.


7. Stillprobleme meistern
So schön und wertvoll Stillen ist - ganz ohne Schwierigkeiten kommt kaum eine Mutter durch die Stillzeit. Wenn Sie vor einem Problem stehen, ist es wichtig, dass Sie Hilfe bei Ihrer Hebamme, Mütter- oder Stillberaterin suchen. Denn machen wir uns nichts vor – wunde Brustwarzen schmerzen und die Versuchung abzustillen ist gross. Suchen Sie rechtzeitig professionelle Hilfe, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen, damit das Stillen wieder schmerzfrei und unkompliziert wird. Am Ende werden Sie froh sein, dass Sie durchgehalten haben.


8. Ihre Rechte kennen
Wenn Sie nach dem Mutterschaftsurlaub an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren, Ihr Baby aber trotzdem weiterstillen möchten, so haben Sie als stillende Mutter Rechte, die sie in Ihrem Vorhaben unterstützen – sei es, weil Sie Ihr Kind am Arbeitsplatz stillen, weil Sie zum Stillen den Arbeitsplatz verlassen oder einfach weil Sie Zeit (und einen Ort) zum Abpumpen der Muttermilch benötigen. Sie können Ihre Rechte in der Broschüre „Mutterschaft – Schutz der Arbeitnehmerinnen“ des Staatsekretariats für Wirtschaft SECO nachlesen.


9. Medikamente während der Stillzeit
Wenn möglich sollten Medikamente während der Stillzeit vermieden werden, mit Ausnahme von Medikamenten, für die entsprechende Erfahrung bei der Anwendung in der Stillzeit vorhanden ist – und davon gibt es mehr als man denkt! Viel zu häufig wird den Müttern einfachheitshalber zum Abstillen geraten, ohne dabei an die Folgen für Mutter und Kind zu denken! Die Dosis, die ein Kind über die Muttermilch aufnimmt, ist in der Regel sehr gering und stellt in der Praxis nur bei wenigen Arzneistoffklassen (z.B. bei Krebsmedikamenten) eine Gefahr dar. In den meisten Fällen kann mit etwas gutem Willen von seitens der Ärzte ein stillverträgliches Medikament gefunden werden.


10. Zeit zum Abstillen?
Heute wird empfohlen, mindestens 46 Monate ausschliesslich zu stillen und parallel zum Zufüttern bis zum Alter von zwei Jahren oder länger weiter zu stillen. Geschichtlich und weltweit betrachtet dauert die Stillzeit eher Jahre als Monate, die Norm liegt zwischen 24 Jahren. Allerdings ist das Stillen von „grossen“ Kindern in unserer Gesellschaft unpopulär und erfordert einigen Mut. Wichtig ist, dass Sie sich zu nichts drängen lassen – weder zum einen noch zum anderen – denn einen allgemeingültigen, „richtigen“ Zeitpunkt zum Abstillen gibt es nicht. Er ist dann gekommen, wenn Ihr Kind kein Interesse mehr zeigt oder Ihr Gefühl es Ihnen so sagt.

Dr. pharm. Chantal Schlatter

 

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